Treviso (Apr. 2013)

Ende April war es wieder Zeit für einen Kurztrip bzw. eine Stippvisite einer für mich neuen Stadt. Von Bremen ging es nach Treviso mit einem geplanten Aufenthalt von nur fünf Stunden.

Früh morgens machte ich mich auf den Weg nach Bremen, der Abflug war für 06:20 Uhr geplant; der erste Ryanairflug des Tages der die Hansestadt verlassen sollte. Die Wetteraussichten waren genau für das Wochenende nicht besonders reisefreundlich. Uns sollte ein bedeckter Tag mit teilweise Regen erwarten! In Norddeutschland war das Wetter wesentlich besser. Nun ja aber da muss man durch; es wurde ja auch extra ein Knirps eingepackt.
In bekannter Ryanair-Manier wurde sich in Bremen am Gate aufgestellt. Auf uns wartete die Maschine mit der Kennung EI-EBC, Erstflug 19.01.2009. Das Boarding begann und kurze Zeit später war auch der ganze Flieger besetzt, also der Flug war fast ausgebucht. Dabei fiel mir auf, das viele Gäste als Handgepäck einen Kabinenkoffer dabei hatten und diesen in den oberen Gepäckfächern verstaute, kam man mit seinem Handgepäck zum Ende hin in den Flieger gab es schon arge Platzprobleme für die Koffer und Taschen. Bedenkt man, dass sich ein Gepäckfach über sechs bis neun Sitzen befindet, in dieses Fach aber nur vier Kabinenkoffer passen, kann man die auftretende Problematik erahnen. Irgendwann hatte dann auch jeder seinen Sitzplatz und sein Gepäck verstaut, so konnte es auch fast pünktlich losgehen. Wir starteten auf der 27 Richtung Westen; kurz nach dem Abheben ging es auch gleich direkt in eine Linkskurve. Ich finde es schon spannen, solche Manöver direkt nach dem Start zu erleben. Wie erwähnt, sollte das Wetter in Norddeutschland sonnig werden:

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Wir flogen am Steinhuder Meer vorbei und dann begann in Höhe der A2 zwischen Bielefeld und Hannover die geschlossene Wolkendecke.

BRE-TSF_200413

Auch von den Alpen konnten wir leider nichts sehen, erst in Endanflug auf den Flughafen von Treviso bekamen wir wieder Sichtkontakt zum Boden. Und es war wahr, hier erwartete uns ein grauer wolkenverhangener Tag:

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Der Flughafen Treviso wird von den Billigfliegern wie Ryanair und auch Wizz Air als „Venedig-Treviso“ verkauft; ähnlich dem Flughafen London-Stansted. Angekommen in Italien warten auch gleich schon mehrere Bus, um die Touristen nach Venedig zu transferieren.
Ich begab mich jedoch zur Bushaltestelle des lokalen Busunternehmens um in die Stadt Treviso zu gelangen. Da ich ja nun wenig Zeit vor Ort hatte, verpasste bzw. übersah ich den Ticketschalter und musste so im Bus ein Ticket lösen; dies kostet dann für die einfache Fahrt 2,50 Euro anstatt aus dem Automaten oder vom Schalter für nur 1,20 Euro. Innerhalb von 20 Minuten erreichte der Bus das Stadtzentrum und ich stieg am Bahnhof aus. Von hier aus startete ich meinen Rundgang. Ich hatte mir schon vorher eine Route ausgesucht, wie ich laufen wollte und was ich sehen wollte. Auf der Internetseite des Flughafens fand ich sogar eine recht ausführliche Reiseführerbeschreibung für die Stadt.

Als erstes erreichte ich um kurz nach halb neun das Hauptpostamt. Sicherlich schliefen viele der Einwohner noch und diejenigen die wach und unterwegs waren wunderten sich bestimmt über den Touristen mit dem aufgespannten Knirps-Regenschirm in der einen Hand und dem Fotoapparat in der anderen Hand. Aber ich wollte halt etwas sehen, und von dem bisschen Regen ließ ich mich auch nicht abhalten.

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Poste Italiane
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Instituto Tecnico Economico Statale „Riccati – Luzzatti“

Von außen auf der Straße sah man nur einen gewaltigen Bau mit einem Kirchturm, der fotografisch kaum festzuhalten war. Hier ist die große Kirche des Heiligen Nikolaus zu sehen.

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CHIESA DI SAN NICOLÒ

Auch der Dom von Treviso lag versteckt zwischen den Häusern und Gassen:

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Duomo di Treviso – Das Eingangsportal
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Campanile del duomo e battistero di San Giovanni

Weiter ging es durch die Via Calmaggiore, sozusagen eine Haupteinkaufstraße mit einigen internationalen Markengeschäften:

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Ich gelang zum Piazza Dei Signori

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Piazza Dei Signori con Palazzo dei Trecento, P. del Podestà e Torre Civica

Auf dem benachbarten Piazza Indipendenza stand diese Statue:

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Dann gelang ich zu einem der vielen Wasserwege die durch die Stadt fließen. Auf dem Bild sieht es nach Hochwasser aus, es ist aber alles normal. Die Häuser sind so komplett in den Fluss gebaut worden. Es gibt sogar noch einige alte Wasserräder zu bestaunen.

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Die italienische Version der kleinen Meerjungfrau:

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Sehr interessant war auch diese kleine Insel zu entdecken:

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Auf Ihr fand am Samstagmorgen der Markt statt:

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An den Ständen die offen waren gab es (frischen) Fisch:

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Weiter ging es zum Piazza San Leonardo und der Kirche der Heiligen Rita. Interessant fand ich den Eingang: rotes Seidentuch und eine Neonschrift über der Tür sind doch eher etwas ungewöhnlich für eine kirchliche Einrichtung:

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CHIESA SANTA RITA

Ein weiteres wichtiges Ziel bei meinem Rundgang war die „Loggia dei Cavalieri“, ein altes wichtiges Gebäude der historischen Altstadt. Erbaut in der zweiten Hälfte der 12. Jahrhunderts:

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La loggia dei Cavalieri

Zum Ende meines Rundganges erreichte ich den Fluss Sile, der in vergangenen Zeiten die Stadtgrenze darstellte. Hier finden sich auch einige interessante Brücken:

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Ponte S. MARGHERITA

Ein Teil der Universität von Treviso:

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Eine hölzerne Brücke im Universitäten-Viertel:

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Ponte BRILLOSO

Zu der Zeit war die Natur in Italien schon weiter als bei uns; die Bäume blühen:

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Hier kann man nochmals die eindrucksvolle Bauweise direkt am Fluss sehen. Hauptsache es gibt keinen feuchten Keller!

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Ich erreichte die Haupteinfallstraße in die Stadt mit der großen Bücke über den Fluss:

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Ponte di SAN MARTINO

Eine Kirche der etwas andern Bauart, kreisrund:

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Chiesa di SAN MARTINO

Dieser böse dreinblickende Mann ist die Statue von Mario del Monaco, ein italienischer Tenor-Opernsänger:

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Mario del Monaco

Auch in Italien hat die Spargelzeit begonnen:

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Ich begab mich wieder auf den Weg Richtung Bushaltestelle und kam an diesem künstlerischen Ball vorbei:

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The Big Sfera by Toni Benetton

Noch ein Blick auf die alten Stadtmauern bzw. Festigungswall:

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Und schon kam ich wieder am Bahnhof an. Da ich noch etwas Zeit hatte bis der Bus zum Flughafen kam, gönnte ich mir noch ein kleines Pizza-Sandwich und kaufte mir das Busticket. Der Bahnhof sieht von außen eher unspektakulär aus:

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Somit hatte ich in der Stadt gut 6,5 Kilometer zu Fuß zurückgelegt und begab mich nach zwei Stunden wieder auf den Rückweg.

city_walk

Der Bus brachte mich wieder pünktlich zum Flughafen.

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Gegenüber dem Flughafens hat sich wohl jemand selbstständig gemacht. Hier wurde Gepäckaufbewahrung für nur 5,00 Euro pro Gepäckstück und Tag angeboten:

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Der Flughafen in Treviso ist schön klein und übersichtlich, der Wartebereich in den ich für meinen Ryanair-Flug nach Bremen musste, hatte jedoch eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Flughafen Lübeck. Auch hier befand man sich in einem „Partyzelt“ und es gab drei Abflugsteige. Der Rückflug war auch sehr gut gebucht und die Maschine war wieder gut ausgelastet. Wieder erwartete mich der Flieger mit der Kennung EI-EBC; das heutige Routing am Vormittag hieß: Bremen – Treviso – Malta – Treviso – Bremen.
Pünktlich starteten wir Richtung Westen und ich konnte noch einen letzten trüben Ausblick über Venetien einfangen:

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Pünktlich landeten wir wieder in Bremen und es erklang die typischen „Ryanair ahead of scheduled time arrival“-Fanfare.

Und schon war der kleine Vormittagsausflug wieder vorbei! Ich war sehr angetan von dem kleinen Städtchen, trotz des etwas widrigen Wetters mit kurzen Regenschauern konnte ich doch einiges Interessantes sehen. In unterschiedlichen Berichten und Foren hatte ich schon davon gelesen, dass diese Stadt einen Besuch wert wäre. Das kann ich nur Bestätigen! Wenn man schon nach Treviso fliegt um weiter nach Venedig zu reisen, sollte man auf jeden Fall dieser Stadt einen Besuch abstatten; oder man sucht sich hier ein günstiges Hotel und macht von hier einen Ausflug nach Venedig. Leider war ich noch nie in Venedig, trotzdem würde ich euch Treviso auch als Kurzreise über ein Wochenende empfehlen. Wie ihr gesehen habt, gibt es einiges zu entdecken. Ich hoffe euch hat der Bericht gefallen und vielleicht neugierig gemacht.

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