Danzig (Feb. 2011)

Im November 2010 hatten mein Bruder und ich mit FR BRE-GDN 06:45-08:10 und mit W6 GDN-LBC15:10-16:10 für den 27.02.2011 gebucht. Von den Flugzeiten her ideal für einen kurzen Besuch und Erkundung von Danzig.

Am Sonntag ging es dann los. Nach knapp vier Stunden schlaf um 02.00 Uhr aufstehen. Von Hamburg ZOB haben wir dann den „Bus2Fly“ genommen. Um 03.30 Uhr sollte der Transfer zum Bremer Flughafen beginnen. Kurz vor der Abfahrt stellte sich der Busfahrer „Uwe“ noch kurz vor und erwähnte „die heutige Besonderheit“; wegen Brückbauarbeiten auf der A1 zwischen Hamburg und Bremen, würden wir den kleinen Schlenker über das Walsroder Dreieck fahren, also erst A1 und dann A27. Dies würde uns etwa 30 Minuten mehr Zeit kosten. Also Ankunft in BRE anstatt 05.00 Uhr jetzt geplant 05.30 Uhr. Dieser Umstand machte uns und den weiteren 6 Paxen anscheinen keine Probleme. (Wahrscheinlich waren einige noch im Halbschlaf 😉 ) Nach der problemlosen Fahrt erreichten wir dann auch schon gegen 05.15 Uhr den Bremer Flughafen. Wir hatten also noch genügend Zeit.
Nachdem wir uns noch etwas im Flughafen-Gebäude umgeschaut und uns mit Frühstückversorgt hatten, gingen wir wieder in Terminal E zum Sicherheitsbereich. Hier wurde wieder akribisch gewogen und gemessen; ich hätte sogar eine Laptop-Tasche kostenfrei geschenkt bekommen. Es steht ja nicht umsonst mehrmals überall „Nur 1 Handgepäck“ auch auf Englisch. In der Röntgen-Abteilung wollte dann mal wieder jemand meine Kamera „streicheln“ – wo natürlich nix gefunden wurde. Nun um 06.00 Uhr; eine ¾ Stunde vor Abflug stand jedoch schon eine Schlange vor Gate 3E in die wir uns einreihten.

Für uns stand die EI-EFT bereit (B737-8AS, MSN 37543 LN:3023, Erstflug 26.08.2009)
Beim boarden einfach etwas schneller gehen und man kann noch ein paar Plätze gut machen, und so erhielten wir auch einen Fensterplatz in der Reihe 28. Pünktlich und ohne zusätzliche oder fehlende Passagiere schlossen dann die Türe und wir starteten auf der RWY 09 westwärts Richtung Polen. Der Flug verlief ereignislos in typischer Ryanair-Manier; mit Verkauf von Smokefree-Cigarrets, Snacks und Bord-Shop-Artikeln und der üblichen „Scratch-Cards“.

Unterwegs sah ich dann noch diesen Airport:

Cewice

Je weiter wir in den polnischen Luftraum kamen desto bewölkter wurde es leider. Zu unserer Freude klarte es jedoch im Großraum Danzig wieder auf.

In Danzig landeten wir dann auf RWY11und bogen schon nach gut 900m und heißen Bremsen in den Taxiway ein. Natürlich erklang auch die typische Fanfare, da wir das Ziel 30 Minuten eher erreicht hatten. (Jedesmal muss ich daran denken, als ich mal in STN 15 Minuten eher landete, die stolze Fanfare hörte und dann jedoch 25 Minuten vor dem Gate warten musste, weil keine Ground Crew da war;…)

Nun ja, den früheren Bus in die Stadt um 07.40 Uhr konnten wir jedoch trotzdem nicht erreichen. Also schauten wir uns erstmal den kleinen Flughafen an und tauschten etwas Geld um. Zum Flughafen sei gesagt, der ist wirklich klein und recht eng. Er wird u.a. von Wizzair, Ryanair, Norwegian aber auch Lufthansa, SAS und LOT angeflogen; also kein reiner LCC Airport. An der Vergrößerung des Airports wird jedoch gearbeitet und ab 2012 soll Terminal 2 auch mit Fluggastbrücken fertig sein.

Terminal Außenansicht

Neubau Terminal 2

Danzig – Kandidat für die Europäische Kulturhauptstadt 2016

Draußen warteten wir dann bei -3°C auf den Bus der Linie 210 der uns für 3 PLN (ca. 0,76 €) in knapp 30 Minuten zum Danziger Hbf „Dworzec Gdańsk Główny“ brachte.
Von hier aus starteten wir zu unserer Erkundungstour durch Danzig.

Neues Rathaus „Nowy Ratusz w Gdańsku“

Von hier aus in alle Welt

Erste skeptische Einblicke in die Stadt

Eine von mehreren Kirchen

Durch das Frauentor hindurch „Brama Mariacka“ erreichten wir die Promenade entlang der Mottlau und entdeckten…

Eisfischer

Eingefrorene Schiffe

Promenade „Dlugie Pobrzeze“

Dann krackselten wir die Stufen des „Dom Przyrodników“ hinauf (2,00 PLN/ca. 0,50 €)

und hatten von dort oben einen schönen Ausblick über das verschneite Danzig. In jedem Fall sollte man hieher und die Aussicht (bei sonnigem Wetter sicherlich noch besser) genießen:

Anschließend ging es weiter in die „Flaniermeile“ Dluga und Dlugi Targ. Hier gibt es u.a. natürlich auch einige Geschäfte die Bernsteinprodukte verkaufen:

Zielona Brama

Ratusz Głównego Miast

Neptunbrunnen

Blick entlang der Dluga zum Złota Brama

Ein Reisebüro?

Wielki Młyn

Bahnhof

Um 11.30 Uhr nahmen wir (ich denke es war) eine S-Bahn nach Soppot. Das Ticket pro Strecke kostete 3,40 PLN (ca. 0,86 €). Nach dem wir dann das richtige Gleis gefunden hatten, waren wir etwas besorgt wie wir in den Waggon kommen sollten; es waren von außen keine Taster, Schalter, Hebel oder sonstiges zum öffnen der Türen zu sehen. Hierzu sollte man wissen, dass der Bahnführer die Türen zentral öffnet für Gäste von aussen. Gäste die von Innen den Zug verlassen wollen, können wir hier in Deutschland aus den älteren S-Bahnen gewohnt die Tür mit einem Hebel öffnen. Nun gut, wir waren drin und kaum waren die Türen verschlossen sprang die S-Bahn mit einem Satz los und ging nachher in ein gemütliches zuckeln über. So ging es von jeder der nächsten acht Haltestellen los, bevor wir um 11.50 Uhr Sopot erreichten.

Sopot Bahnhof

Da wir um spätestens 13.00 Uhr wieder in Danzig am Bahnhof sein wollten merkten wir uns die Abfahrt ab Sopot um 12.29 Uhr vor. Also die Beine unter die Arme genommen und schnell mal die Kur- und Tourismusstadt Sopot erkunden. Über die Einkaufsstraße gelangten wir zur 515m langen Seebrücke. Hier überraschte uns doch etwas die komplett zugefrorene Ostsee.

Einkaufsstraße von Sopot

Lustiges Haus in Sopot

Der Eingang zur Mole

Die zugefrorene Ostsee

Die Seebrücke

Soweit das Auge blickt, eine komplett zugefrorene Ostsee…was Mutter Natur doch immer wieder schafft!

Für musikalische Unterhaltung war auch gesorgt

Nach dem wir die Eindrücke vor Ort photografisch festgehalten hatten, ging es wieder schnellen Fußes zurück zum Bahnhof und somit erreichten wir noch rechtzeitig die gerade einfahrende Bahn nach Danzig.

Pünktlich um 12.50 erreichten wir den Danziger Bahnhof und wir warteten dann noch bis 13.16 Uhr wieder auf die Linie 210 die uns zurück zum Airport brachte.

Denkmal für deportierte Kinder

Dort angekommen, begaben wir uns auch gleich zur Sicherheitskontrolle und anschließend zu den Gates. Auch hier im Abflugbereich ist der Flughafen sehr klein, bietet jedoch eine Lounge für entsprechende Lufthansa- und SAS-Kunden.
In typischer LLC-Manier wurde dann darauf gelauert an welchem Gate wir uns wohl für unseren Flug anstellen sollten. Kaum erstrahlte auf einem Monitor das Ziel „Hamburg/Lübeck“ bildete sich schon die Schlange. Als ich nach einiger Zeit wieder auf den Monitor blickte lief dort eine Powerpoint Präsentation von Danzig und dem Airport ab, was zu leichter Irritierung meinerseits führte. Ich schaute mich um…und tatsächlich… ein Gate-change. Genau gegenüber sollte nun unser Gate sein. Schnellen Schrittes entfernte ich mich aus der Reihe, ich zog meinen Bruder mit den Worten „komm mit – gate change“ mit (er war doch etwas verwirrt über meine Aktion) und ich stellte mich an das neue Gate; es dauerte keine zwei Sekunden dann kamen auch andere hinter den kleinen Scherz seitens der Airport-Gesellschaft. Nachdem sich dann die Schlange umorientiert hatte, kam dann auch die offizielle Info über die Lautsprecher. Nach einige Zeit begann dann auch das boarden und ähnlich wie in DTM ging es erstmal wieder eine Etage tiefer bis zur nächsten Tür zum Airfield, wo wir noch zuschauen durften wie unsere Maschine für den Flug vollgetankt wurde.

Unsere Maschine nach Hamburg-Lübeck

Für uns stand die HA-LPI bereit (A320-232 , MSN 2752, Erstflug 31.03.2006)

Wir fanden Platz in Reihe 2 Plätze E und F und hatten einen sehr interessanten Zeitgenossen auf 2D sitzen. Er muss wohl vom Fach gewesen sein; denn laut seiner Aussage wäre es vollkommen unzulässig das beim Boarding die Cockpit-Tür aufsteht! Naja denn… Weitere Kommentare bekam ich nicht wirklich mit, mein Bruder der zwischen mir und dem Experten sass, verdrehte doch mehrmals die Augen 😉

Ein letzter Eindruck vom winterlichen Danzig

An der Deutsch-Polnischen Grenze sah es sschon ganz anders aus

Der Service an Bord war jedoch recht kühl, die neu eingesetzte Crew war nicht wirklich gut drauf, und das Lächeln hatten sie wohl zu Hause vergessen…

Naja, wir wurden wohlbehalten nach Hamburg-Lübeck gebracht und landeten on time. Kaum die Runway nach dem Backtrack verlassen und schon klickten die Gurte auf 2D „Vollkommen unzulässig sich vor Abstellen der Triebwerke abzuschnallen!“ War mein etwas lauterer Kommentar Richtung Luftfahrt-Experte 😉

Vom Airport ging es dann mit der Regionalbahn über Lübeck nach Hamburg und so endet ein zwar etwas anstrengender aber doch sehr kurzweiliger, spannender und interessanter Ausflug nach Danzig & Sopot.

Ich hoffe es hat Gefallen.

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