Kurztrip London-Woolwich

Meine erste Flugreise dieses Jahr brachte mich für einen Tagesausflug nach London, genauer gesagt zum London City Airport. Mit diesem Ausflug konnte ich für meine Statistik noch zwei neue Fluggesellschaften, zwei neue Flugzeugtypen und einen neue Airport sammeln.

Ende 2012 wurde bekannt gegeben, dass es, unter anderem von den Flughäfen Münster-Osnabrück (FMO) und Paderborn-Lippstadt (PAD), wieder Flüge nach London geben wird. Cityjet ein Partner der Air France nahm die Flüge im April 2013 auf. Kaum ein Jahr später im Dezember 2013 wurde dann das Aus der Strecken zum beginnenden Sommerflugplan 2014 bekannt gegeben. Somit verlieren bzw. verloren diese beiden Flughäfen (wieder mal) wichtige internationale Flugziele.

Nach der Bekanntgabe der nahenden Streckeneinstellung setzte ich mich nochmal hin um für mich ein „passendes Routing“ raus zu suchen. Dies war also mehr oder weniger die letzte Möglichkeit, ein mir noch fehlendes Flugzeugmuster zu fliegen, die Fokker 50. Außerdem war für mich die Gesellschaft Cityjet sowie der Flughafen London City noch „neu“. Nach eingem recherchieren kam ich zu dem interessanten Routing, das an einem Tag möglich war: PAD-LCY mit Air France bzw. Cityjet Fokker 50 und zurück LCY-DUS mit British Airways bzw. Eastern Airways auf der Saab 2000. Dadurch kam ich, wie schon erwähnt, für meine Statistik auf zwei neue Fluggesellschaften, zwei neue Flugzeugtypen und einen neuen Airport.

Los ging es am Montag 24.03.2014; mit Regionalbahn und Bus erreichte ich morgens pünktlich den Flughafen Paderborn Lippstadt. Da der Online-Check-In nicht funktionierte, komischer Weise gab es auf der Seite von Air France den Abflughafen Paderborn nicht, durchlief ich noch das alte herkömmliche Check-In-Prozedere. Mein Sitzplatzwunsch, in der vorletzten Reihe am Fenster, wurde mir erfüllt und ich erhielt die Bordkarte.
Pünktlich landete die ersehnte Maschine aus London kommend.

Cityjet in PAD

OO-VLO „City of Manchester“ – Cityjet opb VLM – Fokker 50 – Erstflug 1988

 Nachdem die 21 Fluggäste eingestiegen waren ging es auch schon pünktlich los. Die Bestuhlung der Maschine ist eingeteilt in 2-2 in einer Ein-Klassenkonfiguration. Business-Reisende gab es bei diesem Flug nicht. Der Sitzabstand in der letzten Reihe war sehr großzügig bemessen, das minimale Rückstellen der Lehne ging hier jedoch nicht. Alle anderen Reihen lassen nicht nur die Rückenlehne sondern den gesamten Sitz, also samt Sitzfläche, um ca. zwei bis drei Grad nach hinten kippen. Das hatte ich bisher in noch keinem Flugzeug erlebt. Beim Start der Turboprob-Motoren war es hinten unerwartet ruhig. Dieser Eindruck blieb auch während des gesamten Fluges.

Cityjet Cabin

Auf diesem Flug waren nur 21 Gäste, nur Economy,  gebucht, somit hätte jeder Gast eine Sitzbank für sich haben können. Im Raum der deutsch-niederländischen Grenze begann dann die einzige Flugbegleiterin mit dem Bordservice. Mit ihrem Trolley fing sie vorne an und arbeitete sich durch die Reihen. Dabei gab es für jeden einen kleines Brötchen sowie warme und/kalte Getränke. Zu meiner Verwunderung kam die Dame dann noch ein zweites Mal und fragte nach weiteren Getränkewünschen.

CityJet Snack

Die Route führte uns bis auf 22.000 Fuß (ca. 6.600m) erst nordwestlich auf Amsterdam zu und von dort aus dann über die Nordsee Richtung London.

PAD-LCY Routing

Da der Wind aus Südost wehte, war ein Anflug auf die Landebahn 09 vorgesehen. Wir umkreisten den Flughafen südlich und ich bekam unter anderem den Buckinghampalast zu sehen sowie das „The Royal London Hospital“:

Buckinghampalast

Buckinghampalast

The Royal London Hospital

The Royal London Hospital

Ein weiteres Highlight zum Ende des Fluges war der steile Anflug. Normaler Weise wird eine Landebahn im Winkel von 3° angeflogen, die Landebahn 09 von LCY wird jedoch im Winkel von 5,5° angeflogen, also wesentlich steiler. Dieses macht sich auch in der Kabine bemerkbar und ist selbst für den erfahrenen Vielflieger auffällig. Nach der Landung und vor dem Verlassen der Fokker fragte ich natürlich noch nach einem kurzen Cockpit-Besuch um in Foto des Arbeitsplatzes von den Piloten zu erhaschen.

Cockpit Fokker 50 Cityjet

Cockpit Fokker 50 Cityjet

Zügig ging es durch die Passkontrolle und das zuvor am Flieger abgegebene Handgepäckstück konnte hier am Flughafen vom Kofferband abgeholt werden. Nachdem man den Ankunftsbereich verlassen hatte, stand man auch schon gleich im Terminal. Dieses ist relativ klein und überschaubar.

Nun machte ich mich auf den Weg zu meiner kurzen Sightseeing-Tour. Zu Fuß erreichte ich nach gut 20 Minuten den Woolwich Foot Tunnel. Dieser 504 Meter lange Tunnel verbindet North Woolwich mit Woolwich und das besondere: er führt unter der Themse her und wurde bereits 1912 eröffnet. Per Treppen gelangt man hinunter und später wieder hinauf. Es erinnert etwas an den alten Elbtunnel in Hamburg, jedoch ist der wesentlich größer. Wenn man unten angelangt ist stellt sich jedoch ganz schnell Ernüchterung ein. Die Tunnelröhre ist weiß gefliest… das ist alles. Keine Bilder, keine Werbung, alles sehr kahl.

Woolwich Tunnel

Woolwich Tunnel

Am Südufer angekommen ging es über die Hare Street direkt in die Einkaufsstraße Powis Street. Hier reiht sich ein Geschäft an das andere, so wie man es hier in Deutschland kennt. Auffällig waren jedoch auch die zahlreichen „One-Pound-Shops“.

Woolwich Powis Street

Powis Street

Die Straße bzw. Fußgängerzone führt unmittelbar auf den Beresford Square; hier fand Markt statt und es wurden unter anderem viel Obst und Gemüse angeboten. Weiter ging ich und kam zu einer kleinen Grünfläche, etwas Park-ähnlich, und ging entlang der Wellingston Street zum Rathaus. Dieses wurde erbaut als die Stadt noch eigenständig war.

Woolwich Market

Woolwich Market

Woolwich Green

Woolwich Green

Woolwich Arsenal

Woolwich Arsenal

woolwich_lovelane

Über die Love Lane gelang ich wieder zur der kleinen Parkanlage und steuerte die Woolwich Arsenal DLR Station an. Von hier aus fuhr ich mit der DLR für relativ teure 4,75 GBP wieder zwei Stationen zurück zum Flughafen. Die Züge der DLR fahren computergesteuert, ähnlich der Metro in Dubai oder einigen Bahnen in Nürnberg. Nach gut sechs Minuten erreichte ich dann wieder den Flughafen.

DLR London

DLR

Meine Bordkarte für den Rückflug hatte ich schon in der App von British Airways, da ich für diesen Flug problemlos am Vorabend zu Hause online einchecken konnte. Über die erste Etage erreichte ich die Sicherheitskontrolle und den angrenzenden Wartebereich, meinem Flug nach Düsseldorf war noch kein Gate zugeordnet und somit konnte ich noch etwas das kostenfreie WLAN nutzen. Gut 25 Minuten vor Abflug wurde das Gate angezeigt und ich machte mich auf den Weg. Wenn man den Weg gefunden hat, erreicht man sozusagen einen langen Flur von wo aus einzelne Treppen zu den jeweiligen Gates und deren Wartebereichen führt. Von diesem Flur aus hat man noch wunderbare Möglichkeiten Flugzeuge zu fotografieren, auch wenn es durch die Fensterscheibe ist.

Eastern Airways Saab 2000

G-CDBE – British Airways opb Eastern Airways – Saab 2000 – Erstflug 1996

Als einer der letzten ging ich runter zu unserem Gate und nach der Bordkarten- und Passkontrolle ging es auch schon zu Fuß zum bereitstehenden Flugzeug. 31 Passagiere waren auf diesen Flug gebucht, somit 19 freie Sitze. Eingesetzt wurde eine Saab 2000, ein Grund warum ich diesen Flug buchte, da mir der Typ noch in meiner „Sammlung“ fehlte. Ich nahm auf Platz 17F in der vorletzten Reihe Platz. Die Sitzverteilung in der Saab 2000 war mir aus der kürzeren Saab 340 bekannt, mit der ich in Schweden unterwegs war; ein Einzelsitz auf der linken Seite und eine Zweierbank rechts.

Der Start erfolgte wieder auf der 09 Richtung Osten und ich bekam einen letzten Blick auf Woolwich und Greenwich. Wieder ging es in Richtung Amsterdam und von dort aus Richtung Düsseldorf, und landeten auf der Landebahn 23 L.

LCY-DUS Route

Auf diesem Flug gab es drei Business-Class Gäste, diese wurden zuerst „bewirtet“ mit einem Snack auf Porzellangeschirr, Getränken aus Gläsern und einem anschließendem heißen Tuch. Die übrigen Gäste hatten die Auswahl an den üblichen heißen und kalten Getränken sowie entweder, Chips, ein Cookie oder einen Müsliriegel.

BA Snack

Mit etwa fünf Minuten Verspätung landeten wir wieder um 17.05 Uhr in der Landeshauptstadt NRWs. Ein Cockpitbesuch wurde mir leider verwehrt, da der Bus zum Flughafengebäude nicht warten konnte. Das war nicht ganz so schlimm, hatte ich ja schonmal das Cockpit der kleinen Schwester Saab 340 bewundern dürfen. Die Heimat erreichte ich dann wieder mit dem Zug zurück nach Bielefeld.

Alles in allem hat mir der Trip sehr gut gefallen. Der Service und die Produkte der beiden Fluggesellschaften waren auch sehr gut. Es ist nur schade, dass die Flughäfen in OWL nach gut einem Jahr nun wieder die Verbindung nach London verloren haben. Man munkelt jedoch, dass in Münster-Osnabrück demnächst einen weitere Gesellschaft Flüge nach zu einem der vielen Londoner Flughäfen anbieten soll.
Der Stadtteil Woolwich war nun nicht besonders sehenswert. Erst bei der Erstellung dieses Berichts, wurde mir gewahr, dass der Anschlag auf den britischen Soldaten 2013 in diesem Stadtteil stattfand.

Abschließend bin ich nun froh, zwei weitere Flugzeugtypen und Fluggesellschaften, sowie einen neuen Flughafen in meiner Statistik eintragen zu können.

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2 Gedanken zu “Kurztrip London-Woolwich

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