Gewalt an Kindern – Bundeskriminalamt legt Statistik 2011 vor

Gestern wurde die Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2011 vorgelegt. Es wurde eine gemeinsame Pressekonferenz mit dem Bundeskriminalamt, Deutsche Kinderhilfe und Experten veranstaltet zur Vorstellung der Zahlen kindlicher Gewaltopfer. Die erschreckende Zusammenfassung: 146 getötete Kinder und 72 Kinder-Opfer eines versuchten Mordes oder Totschlags.

„Jede Woche kommen in Deutschland durchschnittlich drei Kinder durch Gewalt oder Vernachlässigung ums Leben. Im vergangenen Jahr starben auf diese Weise 146 Kinder unter 14 Jahren. 114 der getöteten Kinder waren jünger als sechs Jahre.“

(Quelle: Tageschau.de)

Im Gegensatz zu 2010 sind die Fälle der Kindertötung um 20% gesunken; die Zahl der körperlich misshandelten Kinder sank um 6%, jedoch nahm die Zahl der sexuellen Misshandlungen um 4% zu! Gerade in den Bereichen Kindesmisshandlung, Missbrauch von Kindern und Kinderpornographie muss dazu noch von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden.

Traurige und erschreckende Zahlen wie ich finde. Wie kann es nur soweit kommen?! Erschreckend finde ich dann auch zu lesen, dass es „keine bundesweit einheitlichen Qualitätsstandards, etwa was die Praxis von Hausbesuchen in Familien“ gibt.
„„Die tragischen und vermeidbaren Todesfälle von Chantal in Hamburg und Zoe in Berlin zu Beginn dieses Jahres sind keine bedauerlichen Einzelfälle. Sie stehen stellvertretend für die zu vielen Kinder, die im Jugendhilfesystem zu Tode kommen. Da die Politik beim Bundeskinderschutzgesetz den Finanzinteressen der Länder und Kommunen sowie den Systemschützern der Verbände nachgegeben hat, besteht die Strukturkrise weiter – wie hoch der Preis ist, belegen die heute vorgestellten Zahlen“, so Georg Ehrmann, Vorsitzender der Deutschen Kinderhilfe.“
Als Fazit der Veröffentlich bzw. Auswertung der Statistik wurde nun festgehalten, dass das Jugendhilfesystem grundlegend reformiert werden muss! Es darf auch nicht sein, das der Geburtsort eines Kindes unter anderem entscheidend ist, wie seine späteren Überlebenschancen aussehen.

„Der Chef der Jugendhilfe mutmaßte, die Politik habe sich offensichtlich daran gewöhnt, dass seit sechs Jahren im Schnitt drei Kinder pro Woche an den Folgen von Misshandlungen sterben würden. Er warnte davor, die Schuld dafür einseitig den Jugendamtsmitarbeitern zu geben. Diese müssten oft mehr als 100 Fälle betreuen und seien damit überfordert.“

Hier mein konkreter Vorschlag für die Unterstützung bzw. Hilfe für die Jugendämter:
Einige Krankenkassen haben ein „Luxusproblem“ und schwimmen im Geld. Sie sollen sich wohl weigern, die teilweise Milliardenüberschüsse an ihre Mitglieder als Prämien auszuzahlen. Wie wäre es denn, wenn diese Milliardengelder (wenigstens zu einem nicht kleinen Teil) in die Jugendamtsarbeit gesteckt werden um die oben aufgeführten Probleme zu minimieren!

Weiterführende Seiten:
> Kinderhilfe.de
> Polizeiliche Kriminalstatistik 2011 (PDF)
> Tagesschau.de

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